Lockdown oder die Chance unser wahres Potenzial zu entdecken

Dieser Lockdown schüttelt uns durch und zieht ziemlich sicher auch nachhaltige Veränderungen nach sich.

Es ist weiterhin noch kein Ende in Sicht und ich denke dieses Virus wird uns viel länger beschäftigen, als wir zu Beginn gedacht haben. Weiterhin gibt es viele Berufsgruppen, welche für die Allgemeinheit unermüdlich hart schuften. Angefangen beim Pflegepersonal in den Spitälern und Altersheimen, über die Menschen, die für uns tagtäglich die leer geräumten Regale in den Lebensmittelläden auffüllen bis hin zu Apothekenpersonal, der Polizei, dem Militär, dem Bundesrat und und und.

Jetzt können wir uns natürlich über die geschlossenen Geschäfte, die fehlenden Einnahmen, die ungerechte Verteilung der ersten Lockerungen, das Homeoffice und die gestiegenen Anforderungen im Homeschooling aufregen. Doch was bringen uns diese negativen Gedanken ausser einer depressiven Verstimmung?

Versuchen wir uns doch von dieser Problemorientierung zu lösen. Probieren wir uns an einem Ziel zu orientieren. Entscheiden wir uns doch lieber für ein positives Mindset. Was bringt uns diese Lebensumstellung für Vorteile? Ist weniger nicht oftmals mehr? Was zählt wirklich im Leben? Welche Freunde vermisse ich wirklich und was fehlt mir zur Zeit?

Nutzen wir doch diese Zeit, um etwas mehr über uns selbst zu erfahren. Nutzen wir die Zeit, um eine Innenschau zu machen. Zu erkennen, was wirklich wichtig ist im eigenen Leben, kann das Befinden nicht nur aktuell, sondern auch nachhaltig verbessern. Was braucht eine Korrektur, was ist schon passend eingestellt? Wo möchte ich mich weiterentwickeln?

Ist der Lockdown mehr Bedrohung oder mehr Chance? Diese Frage muss jeder Mensch für sich individuell beantworten. Natürlich sind zum Teil ganze Existenzen bedroht. Ich will nichts schönreden. Aber ich möchte doch darauf aufmerksam machen, dass wir zumindest mitbestimmen können, ob wir uns an Problemen oder Zielen orientieren.

Ein Ziel im Moment könnte doch lauten sich mehr in der freien Natur zu bewegen und dabei bewusst wahrzunehmen, was um einen herum passiert. Das Vogelgezwitscher ist aktuell viel lauter, die Gewässer viel klarer.

Ein anderes Ziel könnte gerade in diesen Zeiten von Social Distancing die Entdeckung oder Entwicklung eines regelmässigeren Austausches mit Freunden oder Familie sein. Endlich Zeit sich auszutauschen. Endlich kein dicht gedrängter Terminkalender.

So oder so: wir können diese Zeit nutzen. Lernen wir uns besser kennen. Erfahren wir mehr über uns und unsere Werte, die uns wirklich wichtig sind. Ausnahmesituationen - ich sehe sie als Chance mein wahres Potenzial zu entdecken. Mein Ziel und meine Motivation ist es gestärkt aus dieser herausfordernden Zeit herauszukommen.

Ich wünsche mir von Herzen, dass wir als Gesellschaft lernen aus dieser Phase. Nie zuvor war Solidarität so deutlich spürbar. Neid und Missgunst sind für einen Moment in den Hintergrund gerückt. Wir haben uns gekümmert - um unsere Kinder, um unsere Familie, aber auch um zum Teil fremde Menschen. Wieso haben wir das getan? - Weil wir tief in uns drinnen soziale Wesen sind, die vor allem menschliche Nähe brauchen. Und vielleicht haben wir auch gemerkt, dass Geld, Luxus, Statussymbole vielleicht nicht ganz so wichtig sind, wie wir zuvor gedacht hatten. Wir haben bereits mehr über uns und unsere Werte gelernt. Ich hoffe, wir erinnern uns daran und zwar weit über die Coronakrise hinaus.

Von Herzen wünsche ich allen gute Gesundheit.
Daniela Kälin